Projekte mit internationalem Anspruch

Mit dem Direktor der Augsburger Kunstsammlungen und Museen, Dr. Christof Trepesch, sprach Dr. Ulrike Ritter über seine Konzeption und aktuelle Ausstellungen.





Ritter: Herr Dr. Trepesch, Sie sind seit 2004 Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Sie waren davor Leiter der Alten Sammlung, Kommissarischer Direktor des Saarlandmuseums und Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Man kennt Sie von zahlreichen Publikationen und Projekten über die Kunst dieser Region, sehr weit gefächert, gotische Architektur, saarländische Stadtgeschichte, Gegenwartskunst, deutsch-französische Gartenkunst etc. Ist Ihre Auffassung von Museumsarbeit gezielt regional?


Trepesch: Ja, das ist sicherlich ein Schwerpunkt meiner Museumsarbeit. Ein Museum ist aufgrund seiner Sammlungen in der Region verankert und spannend ist, was man in den eigenen Beständen entdecken kann. Das war in Saarbrücken genauso wie hier in Augsburg. Die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz in Saarbrücken ist auch ein Konglomerat von verschiedenen Sammlungsgruppen, eine Art „Gemischtwarenladen“, wenn man das so salopp sagen darf: Ein Vielspartenhaus mit ganz unterschiedlichen Beständen, Gemälden, kunstgewerblichen Gegenständen, Skulpturen bis hin zu Werken der aktuellen Kunst und dieses breite Spektrum ist auch hier in Augsburg vorhanden. Es ist für jeden Museumsleiter hochinteressant, solche Komplexe erschließen und bekannt machen zu können.


Ritter: Man kann vielleicht unterscheiden, ob die regionalen Bestände genutzt werden um z.B. eine Themenausstellung zu machen, die dann auch überregional ist mit Beständen auch von anderen Museen – das machen Sie ja jetzt z.B. mit der Ausstellung „Zarensilber“ - und Ausstellungen, die die regionalen Bestände einfach zeigen, ohne thematische Einbindung.


Trepesch: Ja, das ist immer eine Frage der Ausstellungskonzeption, welchen Ansatz ich wähle. Jeder konzeptuelle Ansatz hat seine Stärken und Schwächen. Thematische Ausstellungen haben beispielsweise eine relativ hohe Vorlaufzeit, man muss sich intensiv und wissenschaftlich mit den Objekten auseinandersetzen – wir hatten z.B. die Maximilianstraßen-Ausstellung im Schaezlerpalais gezeigt, eine sehr detailorientierte Ausstellung, oder die Mozart-Ausstellung, mit einer sehr klaren inhaltlichen Linie – andererseits zeigen wir auch Bestandsausstellungen, die ganze Bereiche aus unseren Depots erschließen. Jeder Ansatz hat etwas für sich – wir werden diesen Herbst Malerei des 19. Jahrhunderts erstmals aus unseren Beständen präsentieren. Diese Gemälde sind noch nie ausgestellt worden, darunter fanden wir Werke von Lenbach, Kaulbach und Dill.


Ritter: Gibt es hier einen Zusammenhang zu dem Buch „Sehen ist alles“, das Sie über Malerei des 19. Jahrhunderts im Deutschen Kunstverlag herausgegeben haben?


Trepesch: Ja, das war deutsche Malerei aus dem Museum in Liberec. Wir hatten im letzten Jahr im Rahmen der deutsch-tschechischen Kulturtage eine Ausstellung mit unserer Partnerstadt Liberec/Reichenberg durchgeführt, haben einen Teil der dortigen Regionalgalerie nach Augsburg geholt, die Werke in einem Katalog beschrieben und kunsthistorisch bearbeitet. In diesem Jahr behandeln wir nun unsere eigenen Bestände und planen sie dann im nächsten Jahr als Leihgabe nach Liberec zu geben.


Ritter: Versuchen Sie, die Konzeption dieser Ausstellung weiter zu fassen oder bleibt es mehr bei einer Aufbereitung des Regionalen?


Trepesch: Gerade bei der Liberec-Ausstellung ging es vor allem um Einzelanalysen von Werken von Malern, die mit Augsburg wenig zu tun haben: Lenbach, Leibl und Trübner, um nur die Bekanntesten zu nennen. Ziel war es, deren Sehen, das Wahrnehmen der Natur und des Menschen unter dem Diktum von Leibl „Sehen ist Alles“ zu erklären. Auch unser eigener Bestand wird nunmehr unter diesem Aspekt untersucht, hier finden sich Werke von bedeutenden Malern wie Lenbach, Sperl, und Wittmer, die allesamt mit der Kunstmetropole München in Verbindung standen. Anhand von Einzelanalysen werden wir zeigen, was charakteristisch ist für die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts und wie deren Sicht von Welt ist.


Ritter: In Ihrer Dienstzeit hier wurde das H2 Zentrum für Gegenwartskunst eröffnet, das Schaezlerpalais restauriert und das Maximilianmuseum mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet. Kann man das auf Ihre Tätigkeit hier zurückführen? Was ist Ihr Anteil?


Trepesch (lacht): Ja, ein klein wenig Anteil habe ich schon. Die Weichenstellungen, sind natürlich viel früher vorgenommen worden: der Stadtrat und der Kulturausschuss und die Kulturreferentin, die das maßgeblich unterstützt hat, haben das möglich gemacht. Ich hatte 2004, als ich nach Augsburg gekommen bin, die wunderbare Aufgabe, das alles umsetzen zu dürfen, gemeinsam mit unserem großartigen Team, das hier wunderbare Arbeit geleistet hat. Insbesondere die einzelnen Leiter der Häuser haben innovative konzeptuelle Schwerpunkte gesetzt.


Ritter: Es ist auch ein ganz interessanter Punkt, wie die Zusammenarbeit zwischen den Leitern der einzelnen Häusern und Ihnen zu definieren ist. Können Sie das an einem Beispiel ganz konkret anschaulich machen für Leser, die keine Spezialisten für Museumsarbeit sind?


Trepesch: Ja, das bedeutet enge Kooperation in allen Bereichen. Wir treffen uns regelmäßig, besprechen Ausstellungsprojekte, versuchen Perspektiven für die einzelnen Museen zu entwickeln. Bei Großprojekten ist es wichtig an einem Strang zu ziehen und die Aktivitäten genau abzustimmen, wie beispielsweise bei der Zarensilber-Ausstellung, die Christoph Emmendörffer als Leiter des Maximilianmuseums konzipierte und deren Durchführung wir von Anfang an gemeinsam vorantrieben. Herr Emmendörffer und sein Projektteam hat die Ausstellung mit größter Professionalität umgesetzt, was sich auch an der großartigen Publikumsresonanz ablesen lässt.


Ritter: Ihre Aufgabe ist also mehr konzeptionell.


Trepesch: Einerseits ist sie mehr konzeptionell, andererseits gibt es natürlich auch Ausstellungen, die ich selbst kuratiere. So werde ich mich jetzt verstärkt um das Thema Hinterglasbilder kümmern, dazu machen wir dann eine Ausstellung hier im Haus. Augsburg war im 18. Jahrhundert ein herausragendes Zentrum in der Produktion von hochwertigen Hinterglasbildern. Wir haben unseren Bestand im letzten Jahr inventarisiert und untersucht und werden diesen gemeinsam mit einer Münchener Privatsammlung erstmals im Spätsommer 2008 präsentieren.


Ritter: Jetzt zum Zarensilber. Ist das Projekt aufgrund seiner Größe und mit diesem umfangreichen Katalog vergleichbar mit der Ausstellung „Als Frieden möglich war?“ Sie haben geschrieben, dass sie einen internationalen Anspruch hat und die Kunstsammlungen und Museen Augsburg in die Reihe der nationalen Museen einordnen wird.


Trepesch: Genau, unser Ansatz ist eine internationale Einbettung der Ausstellungen. Die Vernetzung von Augsburg mit der Welt, das ist für uns ein wichtiges Thema. Wir hatten im letzten Jahr die Ausstellung „Chile und Johann Moritz Rugendas“ im Museo Nacional Bellas Artes in Santiago de Chile gezeigt, die im Frühjahr dieses Jahres noch zu uns kommen wird, im letzten Jahr kooperierten wir mit Liberec in Tschechien, jetzt zeigen wir Zarensilber aus Moskau. 2009 stellen wir selbst im Kreml aus, d.h. wir werden unsere Kunstschätze nach Russland transportieren. Die Ausstrahlung der Augsburger Kunst, der Blick über die Stadtgrenzen hinaus ist ein wichtiger Ansatz, den wir konsequent weiter verfolgen. Die Kunstproduktion Augsburgs hat über Jahrhunderte hinweg die Kunstentwicklung Europas in vielen Bereichen beeinflusst. Hier gibt es viele Anknüpfungspunkte.


Ritter: Zur Ausstellung Zarensilber habe ich gelesen, dass die Lieferung von Silbergeschenken an die Zaren häufig mit diplomatischen Schwierigkeiten verbunden war. Zeigt sich das in der Ausstellung? In welcher Form, haben Sie dafür Beispiele, inwiefern sieht man das dem Silber an?


Trepesch (lacht): Also, dem Zarensilber sieht man das zunächst einmal nicht an. Es sind wunderbare Kunstwerke, die in Augsburg hergestellt worden sind und die eine ganz hohe Kunstfertigkeit zeigen. Den historischen Kontext muss man darlegen und erklären, z.B. in Form von Beschriftungen und Audioguides, im Katalog usw. Es gibt Beispiele, dass Diplomaten ihre Geschenke überreicht haben, um bestimmte Aussagen und Absichten damit zu verknüpfen. So wurde beispielsweise versucht, Russland als Koalitionspartner im Türkenkrieg zu gewinnen, indem entsprechende ikonografische Motive auf einer Platte dargestellt werden, dort sind gefangene Türken kniend vor dem Kaiser zu sehen.


Ritter (lacht).


Trepesch: Also, diese Kontextualisierung von Kunst ist sehr wichtig. Es gibt einen sehr schönen Artikel von Christine Roll über die damalige Diplomatie im Ausstellungskatalog. Wie wurde man vorstellig? Wie reiste man an den Zarenhof? Was gab es für Regeln, an die man sich unbedingt halten musste? Wenn sich beispielsweise der Zar danach erkundigte, wie denn die Reise verlaufen sei, war diese Frage unbedingt positiv zu beantworten, auch wenn es vielleicht nicht so war. Es gab bestimmte Riten, das z.B. auch im Zusammenhang mit den Silbergeschenken, die, wenn man in die Stadt einzog, vorneweg getragen und gezeigt werden mussten, so dass ein gewisser Repräsentationsdruck erzeugt wurde. Alle Moskauer konnten sehen, was für Geschenke überreicht wurden.


Ritter: Mir ist in der begleitenden Ausstellung „Silber im Entwurf“ etwas aufgefallen. In den Beständen der Grafischen Sammlung der Kunstsammlungen gibt es mehrere Diana-Darstellungen, ein stilitisch etwas abweichender ist in der Ausstellung. Waren das eventuell Entwürfe für die Zarin Katharina die Große?


Trepesch: Katharina die Große hat viele Aufträge vergeben, insbesondere auch nach Augsburg. Hier entstanden die so gen. Gouvernementservice, die sie ihren Gouverneuren schenkte. Einige Teile daraus konnte mein Vorgänger, Björn Kommer, erwerben. Er war es auch, der diese Silberservice zum ersten Mal identifizieren und bestimmen konnte. Zu den Diana-Darstellungen: Eine Diana auf einem Tafelaufsatz hatte das Ziel, das Jagdthema auf der Tafel aufzurufen. Jagddarstellungen mochte man in der Barock- und Rokokozeit sehr gerne. Auch andere mythologische Darstellungen waren in dieser Zeit sehr beliebt. Herrscher haben sich auch als Götter darstellen lassen, so etwa Katharina die Große, die sich als Minerva abbilden ließ. Wir haben ein kleines Glasmedaillon in der Ausstellung Zarensilber, an dem man diese Überhöhung sehen kann. Es gibt natürlich viele andere Querverweise und Anspielungen auf antike Götter.


Ritter: Mit der Ausstellung über Silbergewinnung im Naturmuseum, der Nebenausstellung „Silber im Entwurf“ und der Sonderpräsentation der Augsburger Goldschmiede ist so gut wie in allen Häusern das Thema Silber präsent. Ist dies nicht ein bisschen so, als würde man ein Antiquitätengeschäft besuchen, zumindest sehe ich eine sehr große Orientierung an der Schaulust?


Trepesch: Wir sind natürlich kein Antiquitätengeschäft, so etwas finden Sie dort zudem sicherlich nicht. Das Silber hat etwas Opulentes, es war als Repräsentationsgegenstand gemacht. Und das wollen wir natürlich auch zeigen. Die von Ihnen erwähnten Ausstellungen versuchen das Thema einzubetten und noch spannender zu machen. Der Besucher kann eben dann, wenn er am Material interessiert ist, ins Naturmuseum gehen und schauen, wie das Silber in der Natur als Erz vorkommt. Wo kommt es vor? Wo wurde es gefunden? Das sind wirtschaftshistorische Aspekte, die ebenso eine wichtige Rolle spielen, wie auch die Kunstaspekte. Auch der aktuelle Schmuck zeigt eine künstlerische Dimension, die es für den Besucher zu entdecken gilt. Viele dieser wunderbaren Meisterstücke sind für Damen tragbar. Mit dieser Ausstellung schlagen wir sozusagen eine Brücke in die Gegenwart.


Ritter: Das ist alles sehr geeignet, die Besucherzahlen ansteigen zu lassen – was ja auch sehr gut geklappt hat, sie haben sich seit 2004 vervierfacht. Das Augsburger Bürgertum, das natürlich auch gerne ins Museum geht, sieht im Museum etwas, das einfach schön ist, niemanden angreift und nicht zu viele Informationen präsentiert. Führt das nicht gerade etwas weg, von dem, was Museen auch machen könnten, Anstoß zu geben, die eigene Geschichte etwas kritisch zu sehen?


Trepesch: Das haben wir ja auch gemacht. Die Friedensausstellung beispielsweise war ein sehr komplexes Thema. Hier mussten wir den Religionsfrieden von 1555, ein völlig abstrakter Begriff, anschaulich werden lassen und die unterschiedlichen Sichtweisen und Interpretationen dieses Friedens diskutieren. Wir haben dies durch kunst- und kulturgeschichtliche Exponate versucht, die wir zum Sprechen gebracht haben. Ich denke, dass dies gut gelungen ist. Es kommt natürlich immer darauf an, was genau man zeigen möchte. Bei der Silberausstellung möchten wir zeigen, dass die Augsburger Silberschmiedekunst Weltniveau hatte, sie war das Zentrum in Europa und in der Welt bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese Objekte sind jedoch nicht nur l’art pour l’art, sondern sie hatten eine historische Funktion, sie waren Diplomatengeschenke. Diese Opulenz als übertriebene Schwelgerei historisch zu kritisieren, war nicht unser Ansatz. Die Gegenstände sind immer auch wunderbare Kunstwerke von größter Kunstfertigkeit. Ein Beispiel einer historisch-kritischen Sichtweise ist die Karl und Magdalene Haberstock Stiftung, deren Ölgemälde wir im Zweiten Stockwerk des Schaezlerpalais zeigen. Hier ist u.a. ein herausragendes Gemälde von Veronese präsentiert. Dieses Bild gehörte dem umstrittenen Kunsthändler Karl Haberstock, der in der NS-Zeit als Zulieferer für das geplante Linzer Führermuseum fungierte, aber damit wird das Bild ja noch nicht schlecht! Es ist ein wunderbares Bild, es bleibt ein wunderbares Bild, ob es nun einmal ein paar Jahre Haberstock gehört hat oder nicht. Sicherlich ist es wichtig die Provenienz deutlich zu machen und diese Geschichte dem Besucher zu erzählen. Gerade vor kurzem war eine kleine Tagung der Provenienzforscher in Augsburg, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigte. Wir untersuchen im Hause die Provenienz der Haberstock-Bilder sehr genau und werden unsere Ergebnisse in einer umfangreichen Publikation veröffentlichen. Sie finden in dem Buch keine kunsthistorische Beschreibung der Bilder, sondern überwiegend die gesamten historischen Zusammenhänge. Was war Haberstock für eine Persönlichkeit? Wie agierte er? Wo erwarb er seine Kunstgegenstände? Ziel ist eine historisch-kritische Aufklärung.


Ritter: Für eher informative Zugänge bieten Sie ja auch reguläre Veranstaltungen an, den Kunstplausch z.B., Gespräche über einzelne Bilder aus den Beständen insbesondere des Schaezlerpalais’ und des Maximilianmuseums?


Trepesch: Genau, ja.


Ritter: Ist das Kunstplauschen gut besucht?


Trepesch: Ja, wir veranstalten den Kunstplausch in allen Häusern, inzwischen haben wir ein Stammpublikum von etwa zwanzig Teilnehmern. Anschließend gibt es auch etwas zu trinken und es entsteht eine entspannte Diskussionsatmosphäre, die sehr schön ist. Das machen wir jetzt auch bei Zarensilber, dort gibt es ein Kunstwerk der Woche und viele Spezialführungen, die genau ins Detail gehen, wie übrigens auch die Vorträge. Wir bieten ein umfangreiches Vortragsprogramm an, das die Ausstellung noch einmal wissenschaftlich abrundet.


Ritter: Okay! Wie geht es nach Zarensilber weiter?


Trepesch: Es wird selbstverständlich weiterhin viele schöne Ausstellungen geben! Als Nächstes, „Chile und Johann Moritz Rugendas“ im Schaezlerpalais, dann zeigen wir eine Ausstellung zum Thema Hinterglasbilder, zum Jahresende „Malerei des 19. Jahrhunderts aus unseren Beständen“ und im Glaspalast zeigen wir Magdalena Jetelova, dann folgt im nächsten Jahr ein Großprojekt, darüber möchte ich heute noch nicht zu viel verraten, es geht um das Thema „Klassische Moderne“.


Ritter: Und Sie bleiben auch in Augsburg ?


Trepesch (lacht): Es ist doch sehr schön hier. Bei diesen wunderbaren Museen und der schönen Stadt, bin ich doch gerne in Augsburg.


Ritter: Prima. Danke für das Gespräch.


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Dr. Christof Trepesch folgte dem früheren Leiter der Augsburger Kunstsammlungen, Dr. Björn R. Kommer, im Jahr 2004. Der 40jährige Trepesch ist promovierter Kunsthistoriker und war zuletzt in Saarbrücken als Kommissarischer Direktor des Saarlandmuseums und Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz tätig. Mit dem Wechsel der Leitung ging auch eine Umstrukturierung und Sanierung der städtischen Museumsbauten einher. So wurden das 1765-1770 nach Plänen von Karl Albert von Lespilliez erbaute Schaezlerpalais, das die Deutsche Barockgalerie beherbergt, ebenso das Maximilianmuseum strukturell und baulich erneuert. Die Renovierung des Schaezlerpalais wurde 2006 beendet. Das Maximilianmuseum öffnete am 23. November 2006 seine Pforten wieder und wurde 2007 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet.

Am 23. Mai 2006 wurde im Augsburger „Glaspalast“, einem ehemaligen Industriegebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert, ein neues Haus für zeitgenössische Kunst mit mehr als 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eröffnet, das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst. Zu den Kunstsammlungen und Museen Augsburg gehören zudem das „Römische Museum“ und als Neuzugang das traditionsreiche Augsburger „Naturmuseum“. Christof Trepesch hatte 2004 die Leitung der Augsburger Kunstsammlungen übernommen.



Wichtige Ausstellungen und Kataloge:



Als Frieden möglich war

450 Jahre Augsburger Religionsfrieden

Von Wolgast, Eike / Willoweit, Dietmar / Weber, Wolfgang E / Tschopp, Silvia S / Tremmel, Erich / Tóth, István G / Schnabel-Schüle, Helga / Smolinsky, Heribert / Schindling, Anton / Schilling, Heinz / Römmelt, Stefan / Roeck, Bernd / Maier, Hans / Kommer, Björn R / Körndle, Franz / Kiessling, Rolf / Immenkötter, Herbert / Gotthard, Axel / Gantet, Claire / Fürst, U / Dingel, Irene / Harasimowicz, J / Breuer, Dieter. Hrsg. v. Hoffmann, Carl A

Verlag : Schnell & Steiner

ISBN : 978-3-7954-1748-2

Seiten/Umfang : 688 S., 68 schw.-w. u. 331 farb. Abb. - 28,50 x 22,00 cm

Erschienen: 1. Aufl. 13.06.2005



Sehen ist alles

Meisterwerke des 19. Jahrhunderts aus Liberec/Reichenberg. Katalog zur Ausstellung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, im Rahmen der "Deutsch-Tschechischen-Kulturtage", im Schaezlerpalais vom 24. Juni bis 4. November 2007

(Deutscher Kunstverlag) ISBN: 978-3-422-06719-6

184 S., 29 schw.-w. u. 49 farb. Abb. - 25 x 21 cm


Zarensilber

Augsburger Silber aus dem Kreml. Katalogbuch zur Ausstellung in Augsburg, 24.2.2008-1.6.2008, Maximilianmuseum

Hrsg. v. Emmendörfer, Christoph / Trepesch, Christof

Verlag : Hirmer

ISBN : 978-3-7774-3925-9

Erschienen: 1. Aufl. 02.2008


Chile und Johann Moritz Rugendas /Chile y Juan Mauricio Rugendas

Ausstellungskatalog Museo Nacional de Bellas Artes, Santiago de Chile / Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Hrsg. v. Metzger, Christof / Trepesch, Christof

Verlag : Wernersche Verlagsgesellschaft

ISBN : 978-3-88462-245-2

Erschienen: 03.2007