Die 1941 in Wels geborene Künstlerin arbeitete zunächst als Fotomodell und begann Ende der 1960er Jahre ihre Karriere als eine der renommiertesten Fotografinnen in Europa und den USA. Elfie Semotan wurde vor allem mit spektakulären Fotosequenzen aus der Welt der Mode bekannt, sie arbeitete mit Naomi Campbell und Claudia Schiffer für Magazine wie Vogue, Elle, Die Zeit u.a. Große Modelabels sind oft jahrelang noch mit der Ästhetik ihrer Bildsprache verknüpft, wie z.B. die Wäschemarke „Palmers“, für die sie eine damals skandalisierte Werbelinie fotografierte. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Helmut Lang sollte ihrer Karriere eine ganz neue Richtung geben, die sich auch an ihrer Porträtfotografie ablesen lässt: zwischen Pose und Spontaneität, zwischen statischer Attitüde und flüchtiger Leichtigkeit, zwischen Rollenspiel und Entblößung sind Semotans „Modelle“ angesiedelt, auch wenn es sich um KünstlerInnen, Freunde und Kollegen handelt, oder um ihren Lebenspartner Kurt Kocherscheidt, mit dem sie von 1973 bis 1992 verheiratet oder um Martin Kippenberger, mit dem sie von 1993 bis 1997 verbunden war.
Ihre zunächst glamourös wirkenden Bildgestaltungen erweisen sich bei genauerer Betrachtung als unterkühlt, konstruiert und unter der glänzende Fassade brüchig und ins Ungewisse kippend. Das kalte Studiolicht modelliert die Personen skulpturhaft aus einem amorphen Hintergrund. Wichtig sind der Fotografin dabei Kontur und Volumen. Oft platziert sie die Künstler im Wirkungskreis ihrer Werke, wie beiläufig hingestellt, wie zufällig da sitzend oder mit einem Kind an der Hand, dem Hund im Arm. Ihre Künstlerporträts sind keine, die dem Ansinnen von Repräsentation und Gültigkeit entsprechen, vielmehr sind sie von einer Mischung aus momenthafter Situation und überlegter Inszenierung geprägt.
In unserer Ausstellung werden an die 60 Porträts internationaler und österreichischer Künstler gezeigt, darunter u.a. von Georg Baselitz, Louise Bourgeois, Bruno Gironcoli, Alex Katz, Maria Lassnig, Daniel Richter und Christopher Wool. Einige ruhige, stilllebenartige Atelieraufnahmen vervollständigen die Auswahl.
"Daniel Richter. The Black Saint and the Sinner Lady" - Medienrundgang: Fr 23.7.2010, 11.00 Uhr - Daniel Richter ist anwesend!
Eröffnung: Sa 24.7.2010, 11.00 Uhr - Dauer: 24.7. - 17.10.2010
Daniel Richter, ein „Shooting Star“ der zeitgenössischen deutschen Malerei, gestaltet diesen Sommer erneut das Bühnenbild für eine Produktion der Salzburger Festspiele. Die Neuinszenierung von Alban Bergs Oper „Lulu“ unter der Regie von Vera Nemirova ist ein willkommener Anlass, dem Künstler im MdM Rupertinum, in unmittelbarer Nähe zu den Festspielhäusern, eine eigene Werkschau zu widmen.
Die Ausstellung mit dem Titel „The Black Saint and the Sinner Lady“ zieht sich über zwei Stockwerke und beginnt mit der Präsentation von Richters Modell zum Bühnenbild der diesjährigen Opernproduktion. Dieses wird von Backstage-Fotografien, die während den Arbeiten am Bühnenbild entstanden sind, begleitet. Weiters wird ein Originalgemälde, das als direkte Vorlage in die Bühnengestaltung eingeflossen ist, zu sehen sein. Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet ein Konvolut von etwa 100 kleinformatigen Arbeiten der letzten Jahre, die allesamt aus dem Archiv des Künstlers stammen und im MdM Rupertinum größtenteils erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Arbeiten zeigen einen Querschnitt des künstlerischen Schaffens Richters und bieten Einblick in die facettenreichen Themen und Motivwelten seiner Malerei. Seine kleinformatigen Arbeiten stellen eine Mischung aus Archiv und Tagebuch dar, die sowohl Vorarbeiten zu den großformatigen Gemälden wie auch Nachbearbeitungen dazu enthalten. Einige davon haben Titel und sind datiert, andere wiederum nicht. Manche sind Experimente, Proben oder Skizzen, die als Vorstudien für große Gemälde dienen, andere wurden, nachdem sie geraume Zeit im Atelier des Künstlers standen, erneut herangenommen, überarbeitet und zu stark wirkenden Bildkompositionen ausgearbeitet. Zusammen genommen stecken sie ein Versuchsfeld zur Bildfindung des Künstlers ab.
Gesellschaftliche und politische Themen fließen ebenso in Richters Malerei ein, wie Elemente der „Urban Culture“ mit ihrer Musik, mit Graffiti oder Comics. Nicht zuletzt finden sich auch Zitate aus der Literatur und der Kunstgeschichte in seinen Gestaltungen. Die silhouettenhaften figurativen Darstellungen Richters, die zu schattenhaften Wesen mutieren, sind überwiegend in düstere Umgebungen eingebettet, in Wälder in der Dämmerung oder in leere urbane Räume, die lediglich von erleuchteten Straßenlaternen erhellt werden. Dunkle Orte, die intuitiv eine Stimmung des Unbehagens hervorrufen, verbreiten einen mystischen Zauber, der, laut Richter, in der Realität selbst angesiedelt ist. „Ich würde sagen, dass die Malerei die Fortsetzung der Realität ist, nicht des Traumes. Die Realität mag albtraumhaft sein, aber ich male ja auch nicht in einem Elfenbeinturm“. Die Arbeiten Daniel Richters lassen - trotz ihrer erkennbaren Ikonografie - bewusste Interpretationsfreiheit. Sie sind irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit angesiedelt und öffnen genügend Spielraum für den Betrachter.
Adresse/Kontakt:
Museum der Moderne Salzburg Rupertinum
Wiener Philharmoniker Gasse 9
5020 Salzburg * Austria
t +43.662.84 22 20-451
e info@mdmsalzburg.at
h www.museumdermoderne.at
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch: 10.00 - 20.00 Uhr
Montag: geschlossen
Während der Salzburger Festspiele (25.7. - 30.8.2010) auch montags geöffnet!